So deutest du Krankheitssymptome als Tiersitter richtig

So deutest du Krankheitssymptome als Tiersitter richtig

Die zeitweise Betreuung eines Haustieres ist eine Aufgabe, die wohl jedermann gerne übernimmt. Generell beinhaltet der Job nicht nur Gassi gehen, spielen und füttern, sondern auch die Pflege des betroffenen Tieres nimmt einen großen Teil dieser Arbeit in Anspruch. Im Großen und Ganzen ist das Tiersitten eine Tätigkeit, die dir viel Spaß bringt und seinem Tierbesitzer Dinge in Ruhe erledigen lässt.  

In Abwesenheit des Tierhalters liegt die komplette Verantwortung für das Tier bei dir. Damit du Anzeichen einer Krankheit schnell erkennen und eingreifen kannst, stellen wir dir einige Symptome vor, die auf eine angehende Hunde- oder Katzenkrankheit schließen lässt.  

Häufiges Kratzen

Jedes Tier hat manchmal das Bedürfnis sich zu kratzen. Kommt es jedoch vermehrt vor, dann solltest du den Grund herausfinden. Tiere leiden wie wir Menschen öfter unter spröder, schuppiger Haut, die einen Juckreiz auslösen kann. Der Befall von Parasiten, zu denen Flöhe oder Läuse, sowie Milben gehören stellt schon eine anspruchsvollere Behandlung dar, die du mit dem Tierhalter erst absprechen solltest. Handelt es sich um den Juckreiz eines Heilungsprozesses, beobachte diesen, damit die Wunde nicht wieder aufgekratzt wird. 

Passivität 

Müde Katze

Passivität bei einem Haustier ist ein für den Tierbesitzer leicht zu erkennendes Symptom, dass auf eine Erkrankung hinweist. Da Halter und Tier in einer engen Bindung stehen, kennt das Herrchen die z.B. Schlaf- und Essgewohnheiten, den Charakter und die Aktivitätsspanne seines Vierbeiners. Für einen Tiersitter, der sich nur Stundenweise um das Tier kümmert, ist es daher um so wichtiger, vorher Informationen zu diesem Verhaltensmuster seines Schützlings vom Besitzer zu erhalten. Erst dann kann er ebenfalls Veränderungen wahrnehmen und darauf reagieren. 

Wunden 

Als aufmerksamer Tiersitter werden dir Verletzungen jeder Art sofort bei dem von dir zu betreuenden Tier auffallen. Bei kleineren Wunden, z.B. Schnitt-, Platz- oder Schürfwunden ist eine sofortige Erstversorgung von deiner Seite her selbstverständlich. Handelt es sich um schwere Verletzungen des Tiers, muss ein Tierarzt aufgesucht werden. In beiden Fällen ist der Tierbesitzer zu informieren, um gegebenenfalls weitere Behandlungsmethoden zu erlauben bzw. selber weiter auszuführen.  

Abnormales Fress- und Trinkverhalten 

Müder Hund

Eine plötzliche Veränderung im Ess- und Trinkverhalten eines Tieres, sollte immer als Warnzeichen gesehen werden. Verweigert der Vierbeiner jegliche Nahrung, trinkt aber normal, kann dies ein Anzeichen auf Wurmbefall im Darm sein. Ist der Wasserbedarf stark erhöht, ist oft eine Nierenerkrankung die Ursache. In beiden Fällen verändert sich das Gewicht des Tieres und du solltest den Tierhalter darauf aufmerksam machen. 

Aber nicht nur in diesen Fällen ist der Tierbesitzer zu informieren. Auch bei Veränderungen der Fressvorlieben seines Haustiers ist es wichtig, dieser Tatsache nachzugehen, damit es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Eine intensive Zusammenarbeit und verbaler Austausch zwischen Tiersitter und Tierhalter ist die Basis für einen gesundes Haustier. 

Atemprobleme 

Fängt ein Haustier während eines aktiven Spiels, Auslauf oder einer anderweitigen kurzen Körpertätigkeit an zu röcheln, nach Luft zu schnappen oder leidet an extrem schnellem Atem, solltest du diese Anzeichen immer ernst nehmen und es dem Tierhalter mitteilen. Der Tierbesitzer wird aufgrund deiner genauen Beschreibung der Atembeschwerden entscheiden, ob eine tierärztliche Untersuchung stattfinden soll. Bis dahin benötigt das betroffene Tier Ruhe und Wärme, damit sich sein gesundheitlicher Zustand nicht verschlimmert. 

Magen- und Darmprobleme 

Magen- sowie Darmprobleme machen sich durch Übergeben, Appetitlosigkeit, Verstopfungen oder Durchfall bemerkbar. Die Ursachen dafür können durch Stresssituationen, Krankheitserreger oder Unverträglichkeit des Futters auftreten. Jede Ursache der einzelnen Krankheitsbilder sollte von einem Tierarzt diagnostiziert und behandelt werden. Die Durchführung der Behandlungsmethoden sollten von dir als Tiersitter und dem Tierhalter gleichwertig vollzogen werden, damit das Haustier schnell gesund wird.  

Schlechter Atem 

Katze mit offenem Maul

Paradentose und Zahnfäule sind die häufigsten Ursachen von Mundgeruch bei Haustieren, da vom Besitzer selten eine angebrachte Mundhygiene bei seinem Vierbeiner durchgeführt wird. Aber auch Magenbeschwerden setzen übelriechende Gase frei. Eine weißlich belegte Zunge und stärkeren Speichelfluss weisen häufig auf eine Infektion innerhalb des Mundes bzw. Magens hin. Mit Absprache des Tierhalters solltest du mit dem erkrankten Tier dem Tierarzt einen Besuch abstatten.  

Tastempfindlicher und geblähter Bauch 

Haustiere lassen sich mit Wonne zu jeder Gelegenheit gerne und intensiv den Bauch kraulen. Eine plötzliche Verweigerung dieser Streicheleinheit kann der erste Hinweis auf eine Entzündung im gesamten Verdauungstrakt sein. Besonders wenn sich der sonst weiche Bauch hart und aufgebläht anfühlt, sollte mit Absprache des Tierhalters ein Tierarzt zu Rate gezogen werden. 

Mobilitätsverlust 

Ab einem bestimmten Alter lässt die Bewegungsaktivität bei jedem Tier nach. Kann das Haustier jedoch keine Treppen mehr steigen, selbständig aufstehen, humpelt dauerhaft oder verweigert sogar jegliche Bewegung, sollte eine tierärztliche Untersuchung stattfinden. Diese Entscheidung unterliegt wieder dem Tierhalter, der dir als Tiersitter Anweisungen des Arztes weitergeben wird, damit du dem betroffenen Tier gerecht werden kannst. 

Starkes Augenzittern 

Das Wohlbefinden eines Tieres spiegelt sich in dessen Augen wider. Tritt unerwartet ein heftiges und auffälliges Rollen der Augen auf, die zusätzlich glanzlos und gerötet bzw. nässend sind, kann eine neurologische Störung vorliegen. Das Tier sollte bei diesen Symptomen schnell in Tierärztlicher Behandlung gebracht werden. 

Vorgehensweise bei Symptomerkennung  

Während der Betreuungszeit des Tieres liegt die Verantwortung und damit auch die richtige Reaktion bei Entdeckung der Krankheitssymptome bei dir. Unüberlegte Handlungsweise schaden dem Tier, daher ist die erste Regel der Hilfeleistung immer Ruhe bewahren. Informiere den Tierhalter über deine Beobachtungen und entscheidet gemeinsam über die nächsten Schritte. 

  • Handelt es sich um einen Notfall, ist Eigeninitiative gefordert. Das Tier sollte sofort in eine Tierklinik gebracht werden, auch wenn der Tierhalter nicht informiert werden konnte. 
  • Bei kleineren Verletzungen wende die Erste Hilfe Maßnahmen für Kleintiere an. Die Betreuung des leicht erkrankten Tieres erfolgt weiterhin zuhause. 
  • Auffälliges Verhalten, ungewöhnliche Krankheitssymptome solltest du immer mit dem Tierarzt abklären, nachdem du das Einverständnis des Tierhalters eingeholt hast. 

 

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