Ursachen für auffälliges Hundeverhalten erkennen

Ursachen für auffälliges Hundeverhalten erkennen

Das Verhalten eines Hundes wird dann als auffällig bezeichnet, sobald es sich um ein erhöhtes aggressives Benehmen, Furchtsamkeit oder dauerhaftes Bellen, Ticks sowie extremer Ungehorsam handelt. Viele Ursachen lassen sich auf unkorrekte Erziehung, falscher Unterbringung des Hundes oder gewaltvollem Umgang mit dem Vierbeiner zurückzuführen. 

Die meisten Hundebesitzer sind mit dem Umgang von verhaltensauffälligen Hunden dermaßen überfordert, dass diese Tiere regelmäßig an andere Haushalte weitergegeben werden. Leider beginnt für viele Hunde damit ein nicht endender Kreislauf des Weiterreichens. In extremen Fällen, d.h. bei Verletzungen oder Angriffen auf Menschen, wird aufgrund einer polizeilichen Verfügung verlangt, dass diese Hunde eingeschläfert werden. Nur durch ein frühzeitiges Heranziehen von fachkundigen Hundetherapeuten kann das Extremverhalten von Hunden frühzeitig behandelt und somit ernsthafte Probleme vermieden werden. 

Definition von Verhaltensauffälligkeit bei Hunden 

Es wird dann von einer Verhaltensauffälligkeit gesprochen, wenn das Benehmen des Vierbeiners nicht mehr als normal bezeichnet werden kann oder als unangebracht angesehen wird. Der Übergang vom respektierbarem Betragen bis hin zur problematischen Veränderung des Verhaltens ist oft ein schleichender, nicht sofort bemerkbarer Prozess. Wird diesem kein Einhalt geboten, dann entsteht automatisch eine Festigung des Benehmens woraus sich eine intensive Verhaltensstörung beim Hund entwickelt 

Hund mit offenem Maul

Anzeichen für eine angehende Verhaltensstörung: 

  • Gejaule, Winseln oder Gebelle 
  • Verlust der Gefühlskontrolle, z.B. extreme Freude oder Niedergeschlagenheit sowie Aggression, extremes Furchtverhalten und Vertrauensverlust 
  • Ständige Missachtung von Kommandos 
  • Unermüdlicher Spielzwang 
  • Vandalismus Verhalten 
  • Beharrliche Forderungsbereitschaft 
  • Überaktivität und Kontrollbesessenheit
  • Unbeeinflussbarer Jagd Trieb 

Gründe der Problementstehung 

Zwischen Menschen und Hunden kommt es häufig zu Missverständnissen in der Verständigung, die zu nicht erwünschtem Verhalten des Hundes führen. Fehler in der Erziehungsweise sind oft der Grund für extremem Ungehorsam des Vierbeiners. Eine nicht konsequent durchgeführte Hundeerziehung äußert sich beim Hund oft durch Bettelverhalten, Ignorieren von Kommandos oder Verminderung der Motivation.  

Unbewusst werden diese Verhaltensweisen vom Hundehalter als nicht störend empfunden. Dadurch wird jedoch oft die Basis für eine auffällige und somit kompliziertere Verhaltensweise des Vierbeiners geschaffen. 

Wie sensibel der Hund auf Erziehungsfehlern reagiert, hängt immer von dem Charakter und der Rasse des Haustieres ab. So löst z.B. fehlende Ansprache nicht bei allen Hunden Langeweile aus, die den Vierbeiner zur Zerstörung von Gegenständen animiert. Kein Ausgang und damit eine starke Einschränkung des naturbedingten Bewegungsbedürfnis bringt jeden Hund an seine Grenzen. Das Tier entwickelt daraufhin individuelle Ticks, wie z.B. ständiges Kreise laufen, um das Fehlen einer sportlichen Betätigung auszugleichen.  

Hund hat Chaos verursacht

Jede Hunderasse verfügt über spezifische Merkmale. So ist bei Begleit- und Hütehunden der Jagd Instinkt viel geringer ausgeprägt als bei Jagdhunden. Hundehalter, die sich für einen zur Jagd geeigneten Hund entschieden haben, sollten sich vorher im Klaren darüber sein, dass diese Rasse sehr viel Auslauf und eine spezielle Erziehung in Bezug auf den starken Jagdinstinkt benötigt. Ist dies nicht der Fall, besteht die Gefahr, dass sich der Trieb zum Jagen bei dem Hund unkontrolliert entwickelt und so zu problematischen Situationen führen kann. Genauso ergeht es unerfahrenen Tierbesitzer mit Hunden, die von Natur aus ihrer Unabhängigkeit schätzen. 

Bei Verhaltensauffälligkeiten eines Hundes, die von der Umwelt her als sehr störend empfunden werden, sucht der Hundebesitzer schneller nach der Ursache. Denn nicht nur dem Hundebesitzer fällt sein Hund schneller auf, wenn sich dieser durch lautes Gebelle oder Gewinsel bemerkbar macht, sondern auch die Nachbarschaft ist davon betroffen. 

Meistens sind die Gründe der übermäßigen Vokalisierung bei der Haltungsform zu suchen. Zu enge Aufenthaltsmöglichkeiten oder langes Alleine lassen des Hundes, können zu psychischen Störungen, wie Trennungsängste oder im Extremfall zu Aggressivität des Vierbeiners führen. 

Der Hund empfindet z.B. den Aufenthalt in einem zu kleinen Käfig nicht nur für sich als Bedrohung, sondern auch für sein Rudel, in dem Falle sein Herrchen. Als Folge kann entweder ein aggressives Angriffs Verhalten auftreten oder ein totaler von Angst begleiteter Rückzug. Besonders bei Heimhunden oder auch von der Straße gerettete Not Hunde neigen zu diesen Verhaltensmustern. 

Ratgeber für Hunde mit Verhaltensstörungen 

Bei geringen Anzeichen einer Auffälligkeit im Verhalten des Hundes, sollte der Tierbesitzer vorsorglich die Hilfe eines Hundetrainer oder einer qualifizierten Hundeschule in Anspruch nehmen. Es ist darauf zu achten, dass die zur Beratung gezogenen Fachkräfte gewaltfreie Erziehungsmethoden praktizieren, da sonst die Gefahr besteht, die bereits bestehende Verhaltensauffälligkeit des Hundes zu verstärken. Diese Erziehungsmethode, die mit positiver sowie mit negativer Verstärkung arbeitet, kann bei jeder Hunderasse erfolgreich eingesetzt werden, ohne das Vertrauen des Hundes zum Menschen zu verletzen.  

Lässt sich das Verhalten des Hundes weder mit einer Erziehungsumstellung bzw. durch Training positiv beeinflussen, sollte der Tierhalter seinen Hund einen auf Tiere spezialisierten Psychologen vorstellen. Dieser wird mit einer individuellen Therapie Herrchen und Hund dabei unterstützen, Vertrauen zueinander aufzubauen, Selbstvertrauen zu finden oder Strategien zur Aggressionsbekämpfung umzusetzen. Der Prozess einer Therapiebehandlung ist etwas kostspieliger und Zeitaufwendiger, kann aber für Hundebesitzer und dessen Vierbeiner ein weiteres harmonisches Miteinander bedeuten. 

 

 

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