Stressfrei durch den Alltag – Wertvolle Tipps für Hundebegegnungen

Stressfrei durch den Alltag – Wertvolle Tipps für Hundebegegnungen

Soziale Kontakte sind für uns Menschen notwendig und wichtig für unsere emotionale Gesundheit. Auch Hunde sind Rudeltiere und brauchen aus diesem Grund hin und wieder Kontakt zu Ihresgleichen. Leider laufen diese Begegnungen nicht immer so reibungslos ab wie wir es gerne hätten – vor allem wenn der eigene Vierbeiner aggressiv auf andere Hunde reagiert.
Nachfolgend werden mit dir wichtige Fakten rund um das Thema „Hundebegegnungen“ geteilt und welche Punkte du unbedingt beachten solltest, damit diese nicht zum sozialen Desaster werden.
 

Zwiespalt bei Hundehaltern 

Wie bei allen kontroversen Themen gibt es auch hier zwei „Lager“, die ihre Meinung stur verteidigen, komme was wolle.  

Auf der einen Seite finden wir die sogenannten Kontaktgegner. Wie der Name es schon sagt, halten diese Hundehalter jegliche sozialen Kontakte ihrer Vierbeiner zu anderen Hunden für komplett überflüssig, da dies nur zu unnötigem Stress für das Tier und seinen Halter führt. 

Auf der anderen Seite hingegen befinden sich die Kontakt-Lover, die der Meinung sind, dass man nie genügend Hundespielgruppen, Ausflüge zum Hundepark und Möglichkeiten zum Toben mit anderen Hunden haben kann. 

Wie bereits erwähnt, sind Hunde zwar Rudeltiere, so wie es ihre Vorfahren – die Wölfe – auch sind; jedoch sollte man es dabei auch nicht übertreiben, da auch andere Faktoren eine wichtige Rolle bei den Hundebegegnungen spielen. Es gibt ebenso Hunde, die von Natur aus ein soziales und verspieltes Wesen haben, wie es auch Alleingänger gibt, die nur mit wenigen ausgewählten Hunden Kontakt pflegen wollen. Auch das Alter deines Vierbeiners, seine Rasse, wie gut er trainiert ist und die allgemeine Situation können über den Ausgang einer unmittelbar bevorstehenden Begegnung mit einem anderen Hund entscheiden. 

Aus diesem Grund muss der Hundehalter seine Vernunft und auch seinen Verstand benutzen, um zum Schiedsrichter in solchen Kontaktsituationen zu werden. Dadurch kann viel Stress vermieden werden. 

Wieviel Sozialleben braucht mein Hund überhaupt, um glücklich zu sein? 

Fest steht, dass man seinen Hund nicht täglich mit sozialen Kontakten „bespaßen“ braucht. Sobald dir das klar ist, hast auch du automatisch weniger Druck, deinem Hund krampfhaft neue Spielgefährten zu suchen und vorzustellen. Die Faustregel besagt, dass die Kontakte, die sich im Alltag ergeben für das emotionale Wohlbefinden deines Hundes ausreichend sind. Lediglich bei Welpen und Junghunden solltest du darauf achten, dass sie regelmäßig unter andere Hunde kommen, da dies die Entwicklung ihres arteigenen Sozialverhaltens fördert. Dies trägt ausschlaggebend dazu bei, dass sie sozusagen schon von klein auf an andere Hunde gewöhnt sind und deswegen entspannter mit solchen Situationen umgehen können sobald sie das Erwachsenenalter erreicht haben. 

Da du dich auf diese Art und Weise um die Häufigkeit der Begegnungen mit Artgenossen nicht mehr sorgen brauchst, kannst du die Zeit nutzen, um auf die Vorlieben deines Hundes zu achten. Denn auch jeder Hund hat einen individuellen Typ, der ihn mehr anspricht um sich eventuell gegenseitig zu beschnüffeln oder sogar zu spielen.  

Die tierischen Freunde gezielt auswählen: Du solltest es vermeiden, deine Fellnase ständigem Kontakt zu jedem fremden Hund auszusetzen, da nicht alle Hunde sich miteinander verstehen. Wie bereits erwähnt, gehört eine gewisse „Chemie“ dazu, was auch vom Halter berücksichtigt werden sollte. Dies ist vor allem bei Welpen und Junghunden wichtig. Den sogenannten Welpenschutz gibt es schließlich nur im eigenen Rudel, was dazu führen kann, dass wir im Park auf einen Hund treffen, der nicht viel von Welpen hält und im schlimmsten Fall sogar aggressiv reagiert. Außerdem solltest du nach einem Spielgefährten suchen, der ebenfalls ein verspieltes Wesen hat, dabei aber nicht zu stürmisch ist. Insbesondere bei großen oder schweren Spielgefährten könnte dies zu einer körperlichen Überforderung deines Welpen führen. Ähnliche Kriterien solltest du auch für erwachsene Hunde bei der Kontaktsuche anwenden. Deine Intuition und dein gesunder Menschenverstand werden dir dabei enorm weiterhelfen.  

Spielen ist kein Muss: Wie gern ein Hund (mit anderen) spielt, hängt individuell von jedem Tier ab. Dabei solltest du dich nach deinem Vierbeiner richten. Das gegenseitige Beschnüffeln oder selbst das mit Abstand aneinander Vorbeispazieren zählen bereits als soziale Interaktionen. Falls beide Hunde sich jedoch auf Anhieb sympathisch finden ist es gut möglich, dass sie miteinander spielen möchten. Solange die Körpersprache beider Tiere entspannt ist und die Rollen bei einem Rennspiel beispielsweise wechseln, ist alles in Ordnung. Falls jedoch derselbe Hund die gesamte Zeit der Gejagte ist oder flüchtet, weil er keine Lust (mehr) hat, solltest du eingreifen. Bei einigen Hunden kann ein anfangs unschuldiges Spiel auch in Jagdverhalten ausarten, was für das weniger dominante Tier nicht mehr erfreulich ist. 

Einfach machen lassen: Dass sich Hunde untereinander am besten verstehen, ist ein weit verbreiteter Trugschluss unter Hundehalter. Da die Vierbeiner, die im Park oder bei der Gassi-Runde aufeinander treffen nicht zum selben Rudel gehören, kann man keine automatische Solidarität oder Freundlichkeit erwarten. Um eine eventuell kritische Situation zu vermeiden, braucht dein Hund dich als Teamleader. Das gibt ihm die nötige Sicherheit und du kannst gegebenenfalls helfend eingreifen. Zu solchen Situationen zählt beispielsweise, wenn deine Hündin von einem Rüden belästigt wird und es selbst nicht schafft, ihn zurechtzuweisen. Ebenfalls stehst du deinem Hund als helfende Hand zur Seite wenn ein anderer Hund ihn bedrängt, zum Toben nötigen will oder anknurrt und der zugehörige Halter selbst nicht handelt. In all diesen Fällen kannst du deinen Hund rechtzeitig abschirmen und ihn dazu anhalten, zügig mit dir weiter zu gehen. 

Leinen los! 

Da wir es gewohnt sind, unsere Hunde an der Leine zu führen, wird oft gedacht, dass Begegnungen mit Ihresgleichen an der Leine am sichersten und deshalb am besten sind. Das ist aber überraschenderweise falsch und genau das Gegenteil trifft zu. 

Hunde, die ohne Leine laufen haben natürlichere Begegnungen mit ihren Artgenossen, da die Verständigung untereinander bereits aus weiter Entfernung mittels Mimik und Körpersprache beginnt. Während sie aufeinander zulaufen wird bereits entschieden, ob beide Hunde aneinander vorbeigehen, sie sich die Zeit nehmen, sich gegenseitig kurz zu begrüßen oder sie sogar ein wenig miteinander spielen. Falls beide Tiere unterschiedliche Erwartungen an diese Begegnung haben, wird sich bereits vorher auf einen Konsens geeinigt. Der Großteil dieser freien Bewegungen läuft unbedenklich oder mit nur minderen Meinungsverschiedenheiten vonstatten. Der große Erfolg dieser Begegnungen liegt darin, dass beide Hunde ausreichend Platz haben, sich zu verständigen und zu einigen. 

Kritische Situationen vermeiden: Treffen Rüden aufeinander, kann dies dazu führen, dass sie anfangen, sich zu umkreisen. Das hat den Zweck, dem anderen zu imponieren. Solltest du in eine solche Situation geraten, dann geh gelassen weiter und lass den Hunden ihren Platz, damit sich die Situation von selbst auflöst.  

Außerdem solltest du davon absehen, Leckerlis oder Hundespielzeug anzubieten, da einige Hunde überaus possessiv sind und eher dazu neigen, ihre Ressourcen zu verteidigen anstatt sie zu teilen.  

Falls dein bester Freund auf vier Pfoten im Allgemeinen nicht gut auf Welpen, kleine Hunde, Rüden oder Hündinnen zu sprechen ist, solltest du den entsprechenden Kontakt von Anfang an versuchen zu vermeiden. Kontaktexperimente führen da meist zu einer unangenehmen Situation. Wenn du also deinen Wuff gut genug kennst und vorausschauend handelst, ist die Wahrscheinlichkeit in eine kritische Situation zu geraten verschwindend gering. 

Und wenn mein Hund nun doch an der Leine ist? 

Die meisten Hundehalter fühlen sich sicherer, wenn ihr pelziger Begleiter an der Leine geht, da er sich auf diese Art und Weise nicht so leicht in Schwierigkeiten bringen kann. Er ist schließlich stets direkt an unserer Seite. Das ist besonders nützlich wenn auch Radfahrer oder Reiter denselben Weg benutzen oder wenn man in Straßennähe oder an Orten mit Leinenpflicht unterwegs ist.  

Es ist deshalb sehr wahrscheinlich, dass du unterwegs mit deinem Hund auch auf andere triffst. Begegnungen mit einem oder auch zwischen zwei angeleinten Hunden sind bei weitem nicht der Idealfall, da der nötige Platz fehlt. Zum Beispiel ein Hund, der keinen Kontakt mit seinem Artgenossen möchte, hat keine Rückzugsmöglichkeit. Zwei Rüden, die sich eventuell gegenseitig auskundschaften möchten laufen Gefahr, dass sich die Leinen verheddern. All das kann zu Missverständnissen oder auch Panik führen und die freundlich gedachte Begegnung ins Negative lenken. 

Nimm Rücksicht auf den Gegenüber: Einige Hunde müssen aus diversen Gründen an der Leine geführt werden. Dazu gehören Krankheit, Schonung aufgrund einer Operation, Läufigkeit, Teil des Trainings oder das eher antisoziale Wesen eines Hundes. Deshalb solltest du als Halter nicht erwarten, dass dein Gegenüber seinen Hund von der Leine nimmt, um mit deinem Kontakt aufzunehmen. Ebenfalls solltest du deinen eigenen Hund zu dir rufen, damit er den angeleinten Hund nicht bedrängt. Dabei spielt es keine Rolle, wie lieb und gut erzogen dein Hund ist, sondern darum, sein Gegenüber zu respektieren. In solchen Situationen greift die berühmte goldene Regel: Was du nicht willst, was man dir tu‘, das füg‘ auch keinem andern zu. Falls du in der Situation bist, dass dein Hund angeleint ist und der andere Vierbeiner frei läuft, solltest du den Halter freundlich bitten, seinen Hund zu sich zu holen. Zeitgleich schirmst du deinen Hund von seinem übereifrigen Gegenüber ab. 

Regelmäßiges Training: Du solltest deinen Hund so früh wie möglich beibringen, ruhig und gelassen an anderen Hunden vorbeizugehen. Falls er besonders nervös wird, versuche, seine Aufmerksamkeit früh genug auf dich zu ziehen anstatt auf den anderen Hund. Um dies zu erreichen, könntest du sein Lieblingsleckerli oder ein ganz besonders liebgewonnenes Spielzeug dafür nutzen. Halte die Leine an deiner Außenseite und geh mit ihm – ohne stehenzubleiben – in einem Bogen am anderen Tier vorbei.  

Was bringen mir soziale Kontakte mit anderen Hunden? 

Die Antwort auf diese Frage ist recht einfach: Ruhe und Frieden für dich, deinen Hund und deine Mitmenschen.  

Wenn dein Hund den Kontakt mit seinen Artgenossen gewöhnt ist, dann kannst du auch im Alltag davon profitieren, da dein Liebling beispielsweise entspannt im Restaurant, Biergarten oder Café bei dir unterm Tisch liegen bleibt – auch wenn ein oder mehrere Hunde dazukommen. Dies erspart allen Beteiligten sowohl viel Stress, als auch peinliche Momente, da dein Hund nicht fordernd an der Leine zieht oder ununterbrochen bellt. 

Euren gemeinsamen Ausflügen steht so nichts mehr im Weg! 

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