Versicherungen für Katzen – Welche sind wichtig?

Versicherungen für Katzen – Welche sind wichtig?

Es klingt immer so schön: Eine Versicherung für unsere vierbeinigen Freunde und alle Sorgen bezüglich Schäden oder Tierarztkosten sind passé. Doch leider ist das in der Praxis nicht immer ganz so einfach, wie die Werbeslogans und Versprechungen Dir weis machen möchten. Bei Versicherungen muss man genau hinsehen. Gerade im Bereich der Tierkrankenversicherungen gibt es einige Haken, die wir Dir jetzt näher vorstellen.

Was für Versicherungen gibt es für Katzen?

Für unsere Stubentiger gibt es drei Arten von Versicherung:

• Katzenhaftpflicht
• Katzenkrankenversicherung
• Katzen-Operations-Versicherung

Natürlich gibt es auch noch ein paar ganz besondere Katzen-Versicherungen wie Lebensversicherungen, spezielle Versicherungen für Züchter und dergleichen. Solche Versicherungen betreffen aber nur sehr teure Rasse- oder Zuchttiere.

Katzenhalterhaftpflichtversicherung

Versicherungsunterlagen

Da haben wir schonmal eine gute Nachricht für Dich: In den meisten normalen Privathaftpflichtversicherungen für uns Menschen sind Katzen im Leistungsumfang nämlich enthalten.

Das ist also ganz anders als bei Hunden, für die Du eine extra Hundehalterhaftpflichtversicherung abschließen musst.

In der Praxis erklärt sich das so, dass Katzen in der Regel nicht so große Schäden anrichten wie Hunde.

Vor allem Schäden durch Bissunfälle und dergleichen entfallen.

Dabei können auch Katzen durchaus größere Schäden anrichten. Denke nur mal an Kratzspuren an Fenstern oder dem teuren Mahagoni-Parkett in Deiner Mietwohnung. Solche Schäden werden von Deiner Privathaftpflicht gedeckt, wenn Mietsachschäden grundsätzlich im Vertragsumfang enthalten sind.

Wenn Du ganz sicher gehen willst, was und in welchem Umfang ersetzt wird, musst Du das Kleingedruckte Deines Versicherungsvertrages lesen – oder Du fragst direkt beim Versicherer nach. Das geht meistens viel schneller.

Was beinhaltet eine Katzenkrankenversicherung?

Katze beim Tierarzt

Krankenversicherungen für Katzen gibt es ab ca. 12,50 € bis 45 € monatlich. Das sind jährlich zwischen 150 € und 540 €.

Je nachdem wie anfällig Deine Samtpfote ist, kommt bei Euch vielleicht ganz schön was zusammen. Dann klingen die Angebote zunächst gut, wenn man davon ausgeht, dass so eine Versicherung alle Tierarztkosten übernimmt.

Allerdings ist genau das bei den Tierkrankenversicherungen so eine Sache.

Du musst ganz genau hinschauen und die Angebote und tatsächlichen Übernahmemodalitäten exakt prüfen.

Ein großer deutscher Versicherer wirbt mit den Worten:

„In allen Tarifen werden bis zu 100 % der Tierarztkosten erstattet.“

100 % Tierarztkosten fett gedruckt sieht super aus. Doch was die meisten Tierfreunde überlesen ist das: bis zu 100 %.

Das kann vieles bedeuten und lässt jede Menge Raum für Sonderklauseln und Einschränkungen.

In der Praxis sehen die Bedingungen nämlich so aus:

Stop Zeichen

• Es wird nur der einfache Satz der GOT übernommen. Dabei können Tierärzte je nach Ausbildung oder Behandlung auch den dreifachen Satz abrechnen!

• Die günstigen Tarife gelten meistens nur für junge Katzen. Je älter Deine Katze wird, desto teurer wird die Versicherung

• Kastrationen, Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen oder Chips sind nicht enthalten

• Die Verträge übernehmen in der Regel keine alternativen Therapien oder Du musst diesen Versicherungsschutz extra dazubuchen und noch mehr monatliche Beiträge bezahlen

• Physiotherapie wird nicht von allen Versicherungen übernommen

• Die Kosten für Medikamente meistens gar nicht erstattet, sondern nur die reinen Behandlungskosten beim Tierarzt

• Die Versicherung kann den Vertrag kündigen, sobald Du einen Schaden (oder mehrere Schäden) eingereicht hast. Im Klartext bedeutet dies: Wenn Du der Versicherung zu teuer geworden bist, werfen sie Dich raus!

Wenn Du diese Punkte berücksichtigst und dann den Nutzen der Versicherung noch einmal durchrechnest, kann die Bilanz ernüchternd aussehen

Hast Du ein Jahr oder auch mal zwei, in denen Du kaum oder gar nicht zum Tierarzt musst, können die Ersparnisse und Vorteile einer Katzenkrankenversicherung ebenfalls schnell dahin sein

Operationsversicherung für Katzen

Katze wird operiert

Eine OP-Versicherung bekommst Du meistens schon viel günstiger als eine Krankenversicherung – oder sie ist Teil einer All-inclusive-Katzenkrankenversicherung.

Die Beiträge liegen zwischen 4 € und 8 € im Monat. Das sind 48 € bis 96 € jährlich.

Da operative Eingriffe auch bei Katzen ganz schön zu Buche schlagen können, kann sich diese Versicherung unter Umständen wirklich bezahlt machen.

Allerdings musst Du auch hier aufpassen.

Bei einem großen Vergleichsportal im Netz sind diese Versicherungsleistungen der Katzen-OP aufgeführt:

Insurance

• Begleitende Untersuchungen vor und nach der Operation
• Operationskosten in Teil- und Vollnarkose
• Medikamente und Verbandsmaterial
• Stationärer Aufenthalt in der Praxis oder einer Tierklinik
• Freie Wahl des Tierarztes oder der Tierklinik

Das bedeutet aber längst noch nicht, dass alle Tarife und alle Versicherungen diese Leistungen bieten. Du wirst einmal mehr nicht drumherum kommen, Dir alle Tarife und Bedingungen akribisch genau durchzusehen.

Lobenswert an den Katzen-OP-Versicherungen ist, dass sie für ältere Katzen nicht wesentlich teurer werden.

Hast Du wirklich einmal eine größere OP, die Dich mehrere hundert Euro oder sogar eine vierstellige Summe kostet, haben sich die Beiträge schnell amortisiert, selbst wenn Du schon einige Jahre eingezahlt hast.

Achte auf das Versicherungsunternehmen

Achtung Zeichen

 

Vorsicht musst Du grundsätzlich bei allen Versicherungen walten lassen. Selbst die renommiertesten Unternehmen arbeiten mit Tricks und geschickten Formulierungen.

Trotzdem haben am Markt einige Versicherungsunternehmen im Tierbereich etabliert und einen guten Namen gemacht. Dazu zählen zum Beispiel die Agila Haustierversicherung, die Ülzener Versicherung und die Alte Leipziger Versicherung.

Lass Dich nicht nur von einem Preis locken, der über ein anonymes Maklerportal im Netz angeboten wird.

Denke daran, dass Du im Schadenfall am besten mit einem kompetenten Mitarbeiter der Versicherung selbst sprechen solltest und nicht nur mit Ansagen oder automatisierten E-Mail-Nachrichten.

Versicherungen für Katzen – das Fazit

Grundsätzlich sind die Versprechen der Versicherungen leider oft aufgeblasen. Bei genauem Hinsehen halten sie nicht ganz so viel oder gar nicht, was angepriesen wird.

Eine Katzenkrankenversicherung lohnt sich bei jungen und weitestgehend gesunden Tieren meistens nicht. Für ältere Tiere sind die Beiträge sehr teuer oder Katzen-Senioren werden gar nicht erst versichert.

Die Operationsversicherungen sind günstiger und können sich im Ernstfall wirklich bezahlt machen.

Bei der Haftpflicht kannst Du als KatzenhalterIn unbesorgt sein: Die ist in Deiner Privathaftpflichtversicherung enthalten.

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