Warum verliert mein Hund so viele Haare?

Warum verliert mein Hund so viele Haare?
Nahezu alle Hunderassen unterliegen zweimal im Jahr einem Fellwechsel. Damit passen sie ihr Fell den jahreszeitlichen Veränderungen, dem Licht und den Temperaturen an. Im Frühjahr, wenn es wärmer wird, verliert ein Hund das Winterfell und es wächst ein leichteres Sommerfell. Im Herbst wächst nicht nur zusätzliches Fell mit einer dickeren Unterwolle nach, sondern ein Teil des Sommerfells fällt aus und das Fell erneuert sich. Der Zeitraum dafür beträgt zwischen sechs bis acht Wochen.

 

Welcher Felltyp ist dein Hund

Hundefell besteht, abhängig von der Rasse, aus Deckhaar und Wollhaar. Manche Hunderassen haaren das ganze Jahr über, wieder andere verlieren kaum Fell. Auch innerhalb der Rasse kann der Fellwechsel bei jedem Hund unterschiedlich verlaufen.
Fellwechsel beim Hund

 

Wir unterscheiden fünf Felltypen:
1. Kurzes Fell ohne oder mit wenig Unterwolle (zum Beispiel Dachshund, Weimeraner, Deutsche Dogge, Dalmatiner, Kurzhaardackel)
Es lässt sich am besten mit einem Pflegehandschuh oder einer Noppenbürste pflegen.
2. Langes Haar ohne oder mit wenig Unterwolle (zum Beispiel Bologneser, Havaneser, Pudel, Papillon)
Sie verlieren keine Haare, müssen aber in Abständen getrimmt werden, da das Fell sonst überhand nimmt und verfilzt.
3. Rauhaarige Hunde (Rauhaardackel oder Schnauzer)
Sie haaren individuell sehr unterschiedlich und am besten, Du lässt Dich beim Hundfriseur über die für deinen Hund spezifische Pflege beraten.
4. Kurzes Fell mit Unterwolle (Rottweiler, Labrador, Retriever)
Sie sollten wöchentlich mehrmals gebürstet werden.
5. Langes Haarkleid mit viel Unterwolle (Collie, Sheltie, Husky, Australien Shepherd, Berner Sennenhunde).
Sie benötigen die meiste Fellpflege, mehrere Male pro Woche und in der Zeit des Fellwechsels täglich.

 

Welche Hunde haaren nicht oder ganz wenig:
1. Labra- und Goldendoodle
2. Terrier
3. Schnauzer
4. Malteser
5. Wasserhunde
6. Bichon Frise
7. Havaneser
8. Pudel

 

Fellwechsel beim Welpen

Fellwechsel beim Hund

Der erste Fellwechsel findet bei jungen Hunden statt, wenn sich das weiche und kuschelige Welpenfell verliert und dein Hund sein erstes Haarkleid als erwachsener Hund erhält. Dieser Fellwechsel dauert länger als der saisonale Wechsel und kann, abhängig von Rasse und Individuum, von mehreren Wochen bis zu einigen Monaten dauern. Auch die Haastruktur ändert sich. Meist werden die Haare robuster und fester.
In dieser Zeit solltest Du beginnen, deinen Liebling an regelmäßiges Bürsten und Kämmen gewöhnen. Dabei geht es nicht nur um gepflegtes Aussehen. Du hilfst deinem Hund, sich an die Routine der Fellpflege zu gewöhnen und kannst ihm bei der teils auch für ihn unangenehmen Zeit des Fellwechsels helfen.

Jahreszeitlicher Fellwechsel

Im Frühjahr fällt der Wechsel des Haarkleides besonders heftig aus. Nun wird die wärmende Unterwolle nicht mehr benötigt und durch leichteres Sommerfell ersetzt.
Im Herbst dagegen wird das sommerliche Deckhaar weniger und die warme Unterwolle dichter.

Ausnahmen beim Fellwechsel

Ältere Tiere verlieren altersbedingt mehr Haare.
Bei läufigen Hündinnen geschieht es oft, dass sie in dieser Zeit stark haaren, auch kastrierte Hunde haaren deutlich mehr. Bei diesen kann es kann im Extremfall zu einem fast vollständigen Fellverlust führen oder im Gegenteil, zu vermehrtem Haarwuchs.

Wie du deinen Hund beim Fellwechsel helfen kannst

Teilweise kann das lose Fell pieken und zum Juckreiz führen. Wenn Du deinen Hund regelmäßig bürstest, beschleunigst du nicht nur den Fellwechsel, sondern verbesserst auch das Wohlbefinden deines Hundes.
Denn beim Bürsten wird auch die Haut besser durchblutet und gleichzeitig gestärkt. Zecken, Flöhe oder Hautekzeme lassen sich bei routinemäßiger Fellpflege schneller entdecken und behandeln. Schmutzreste werden herausgebürstet, auch abgestorbene Hautpartikel und Haare lösen sich und das neue Fell wächst besser nach. Selbst kleine Verletzungen durch Raufereien kannst du bei der gründlichen Fellpflege schneller entdecken.

Ernährungstechnische Unterstützung beim Fellwechsel

In dieser Zeit benötigt dein Hund viel Eiweiß, Vitamin B, Zink und Biotin. Daher solltest du deinem Hund ein Futter mit hohem Fleischanteil geben, denn tierisches Protein kann der Hundekörper am besten verwerten. Futter mit hohem Getreideanteil enthält weniger Fleischanteil und damit zu wenig tierisches Protein.
Gib eine kleine Menge hochwertiges Öl, welches ungesättigte Fettsäuren enthält ins Futter. Es regt das gesunde Haarwachstum an.
Dazu empfehlen wir folgende Öle:
  • Leinöl
  • Distelöl
  • Nachtkerzenöl
  • Lachsöl
Bei der Gabe von Nahrungsergänzungsmitteln und Ölen in der Fellwechselzeit sprich mit deinem Tierarzt, damit dein Hund die für ihn beste Ernährung erhält.

Fellverlust außerhalb der „Fellwechselsaison“

Das Fell ist der Spiegel der Gesundheit.
Wenn das Fell deines Hundes nicht mehr glänzt und stumpf aussieht, kahle Stellen bekommt oder nicht genügend neues Fell nachwächst, dann solltest du rechtzeitig den Tierarzt aufzusuchen. Dies kann ein Anzeichen einer Erkrankung deines Hundes sein.
Von ihm erfährst du auch, vor welchen Fell – und Hautparasiten, wie Milben, Zecken und andere du deinen Hund regelmäßig prophylaktisch behandeln solltest.

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